Yachtüberführung mit Kapitän Hansen

Die fünf häufigsten Gründe, warum Boote im Frühjahr sinken könnten:

Herausgegeben vom Yachtversicherer Pantaenius, Hamburg

  • Fehlende oder beschädigte Schlauchschellen: Diese Schellen werden oft im Herbst entfernt, um den Motor winterfest zu machen; im Frühling nach Inbetriebnahme der Yacht, werden sie vergessen. In den engen Zwischenräumen im Motorraum sind ungesicherte oder verschlissene Schellen schwer zu erkennen.
  • Ungesicherte Schläuche: Im Winter kann gefrierendes Wasser Schläuche aus den Seeventilen herausheben.
  • Frühjahrsniederschläge: Undichte Anschlüsse oder Deckluken, geborstene oder schlecht abgedichtete Anschlußstücke oder Püttinge in Kombination mit z. B. durch Laub verstopfte Speigatten, können Ihr Boot schnell zum Sinken bringen.
  • Defekte Seewasserfilter: Filterbehälter aus Glas, Plastik und sogar Bronze können den Winter über bersten oder sich verbiegen, wenn sie nicht richtig winterfest gemacht wurden. So kann Wasser hineintropfen, wenn das Seeventil geöffnet ist.
  • Undichte Stopfbuchse: Durch ständiges Tropfen einer schlecht angepaßten Stopfbuchse (falls vorhanden; die “Packung” der Antriebswelle), kann bekanntermaßen ein Boot überschwemmt werden.

Tipps zur Prävention:

Vor dem Stapellauf

  • Inspizieren Sie die Schlauchschellen und ersetzen Sie diese bei Bedarf. Sinnvoll sind doppelte Klemmschlauchverbindungen mit seefesten, rostfreien Schlauchschellen. Schließen Sie Seeventile bei Abwesenheit.
  • Überprüfen Sie Kühlschläuche auf Starrheit, Zerfall, undichte Stellen oder Risse. Stellen Sie sicher, daß sie gut sitzen.
  • Tauschen Sie verbrauchte Opferanoden aus.
  • Überprüfen Sie den/die Schiffspropeller auf Beulen, Rostfraß und Verformung. Stellen Sie sicher, daß die Splinte fest sitzen. Greifen Sie an den Propeller und versuchen Sie, die Achse zu bewegen – wenn sie zu locker ist, muß das Lager der Propellerachse (bei Innenbord-Antriebssystemen) eventuell ausgewechselt werden.
  • Stellen Sie sicher, daß der Ruderschaft nicht verbogen ist.
  • Überprüfen Sie die Bootshaut auf Blasen, Verzerrungen und Spannungsrisse.
  • Stellen Sie sicher, daß der Seewasserfilter des Antriebs nicht geborsten oder verbogen ist, und daß er rostfrei, sauber und korrekt gesichert ist.
  • Prüfen Sie bei Innenbordmotoren, ob die Motorwelle und die Stopfbuchsen der Steuerruder locker sitzen. Eine Stopfbuchse sollte nur undicht sein, wenn die Gelenkwelle sich dreht und muß regelmäßig inspiziert werden.
  • Prüfen und schmieren Sie die Seeventile.
  • Verwenden Sie einen Gartenschlauch, um die Anschlüsse und Luken auf undichte Stellen an Deck zu prüfen. Erneuern Sie die Fugen oder Abdichtungen bei Bedarf.
  • Stellen Sie sicher, daß die Heck-Ablaßschraube installiert ist, falls vorhanden.