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Entdeckt:
500
Millionen
Dollar
auf
dem
Meeresgrund
-
der
Schatz
des
Sonnenkönigs
Wir
schreiben
das
Jahr
1681.
Noch
liegt
bleierner
Nebel
über
dem
Hafen
von
Siam.
Zwei
in
dunkle
Anzüge
gehüllte
Asiaten,
die
Hüte
tief
ins
Gesicht
gezogen,
halten
die
Seeleute
zur
Eile
an.
Loüang
Seri
Vissan
Nacolla
Vichay
und
Oc
Pra
Pipat
Racha Maytri,
Botschafter
des
Königs
von
Siam,
sind
in
geheimer
Mission
nach
Frankreich
unterwegs.
Nervös
an
ihren
Zigarren
saugend
beobachten
sie,
wie
unzählige
schwere
Kisten
an
Bord
des
französischen
Schiffes
„Le
Vautour“
verladen
werden.
Es
sind
Gastgeschenke
für
König
Ludwig
XIV,
um
diesen
von
der
Notwendigkeit
einer
Allianz
zwischen
dem
Königreich
Siam
und
Frankreich
überzeugen.
Der
Einfluss
Portugals,
der
Niederlande
und
England
auf
die
Region
war
in
den
letzten
Jahren
fast
übermächtig
geworden.
Die
beiden
sind
sich
sicher,
dass
die
mitgeführten
Gastgeschenke
selbst
den
verwöhnten
französischen
Monarchen,
der
auch
der
Sonnenkönig
genannt
wird,
beeindrucken
würden.
Neben
Gold,
Silber
und
Diamanten
ist
auch
ein
aus
über
1000
Teilen
bestehendes
Service
aus
purem
Gold
an
Bord,
das
der
König
von
Siam
einst
vom
japanischen
Kaiser
erhalten
hatte.
Kostbarstes
Stück
ist
jedoch
ein
reich
ornamentierter
und
mit
Edelsteinen
besetzter
goldener
Thron.
Die
Botschafter
sind
froh,
als
alles
verladen
ist
und
man
sich
ohne
Zwischenfälle
auf
den
Weg
nach
Batavia
(Indonesien)
machen
kann.
Es
sollte
für
die
beiden
Diplomaten
die
erste
Zwischenstation
einer
Reise
ohne
Wiederkehr
sein.
In
Batavia
hat
man
einen
Treffpunkt
mit
dem
Schiff
„Soleil
D’Orient“
vereinbart,
auf
die
nunmehr
die
wertvolle
Fracht
übernimmt,
um
die
endgültige
Reise
nach
Europa
anzutreten.
Am
1.
Oktober
1681
erreicht
die
Soleil
D’Orient
die
Isle
of
France (Reunion)
im
indischen
Ozean.
Es
ist
kein
freiwilliger
Aufenthalt.
Das
Schiff
leckt
stark
und
muss
repariert
werden.
Am
1.
November,
knapp
einen
Monat
später,
ist
man
erleichtert,
die
Reise
doch
noch
fortsetzen
zu
können.
Von
da
an
verlieren
sich
jedoch
die
Spuren
des
Schiffes
scheinbar
im
nichts.
Ludwig
XIV
erfährt
vom
Verschwinden
der
Soleil
D’Orient
und
schickt
ein
eigenes
Schiff
entgegen
–
doch
vergebens.
Ein
Priester
orakelt,
dass
das
Schiff
Feuer
gefangen
habe,
verursacht
durch
die
stark
rauchenden
Botschafter
aus
Siam.
Es
waren
jedoch
alles
nur
Gerüchte
und
Spekulationen,
die
Soleil
D’Orient
war
und
blieb
verschollen.
Hier
könnte
der
Bericht
eigentlich
zu
Ende
sein,
doch
...
Dreihundert
Jahre
später
hört
der
erfahrene
belgische
Marinehistoriker
Dr.
Robert
Stenuit
von
dieser
mysteriösen
Geschichte
und
ist
fasziniert.
Schon
1967
hatte
er
die
spanische
Galeasse
„Girona“
entdeckt.
Das
1588
vor
der
irischen
Küste
gesunkene
Schiff
hatte
Gold,
Silber
und
Juwelen
im
Wert
von
damals
2
Millionen
britischen
Pfund
an
Bord.
Es
folgen
Jahre
der
hartnäckigen,
doch
zunächst
ergebnislosen
Nachforschungen
in
Archiven
weltweit.
Wie
so
oft,
ist
es
der
Zufall,
der
ihn
auf
die
richtige
Spur
bringt.
Dr.
Robert
Stenuit
entdeckt
Schriftstücke
des
Gouverneurs
der
French
East
Indian
Company
in
Bombay
aus
dem
Jahre
1685,
in
denen
dieser
von
einer
abenteuerlichen
Geschichte
berichtet.
Danach
hatte
der
französische
Seemann
Crozier
aus
Morlais
auf
dem
englischen (Piraten)Schiff
Bristol
angeheuert.
Dieses
Schiff
hatte
Bombay
1682
verlassen
und
in
Fort
Daufin
auf
der
südöstlichen
Seite
von
Madagaskar
zu
Reparaturen
angelegt.
Crozier
wiederum
hatte
von
einem
gewissen
Jean,
einem
Angestellten
des
französischen
Botschafters
auf
Madagaskar
gehört,
dass
die
Soleil
D’Orient
in
Fort
Daufin
im
November
1681
mit
schweren
Lecks
eingetroffen
sei.
Die
Schiffsbesatzung
habe
sich
mit
den
Einheimischen
angefreundet
und
das
Schiff
wieder
repariert.
Die
Soleil
D’Orient
schien
in
gutem
Zustand,
als
sie
Madagaskar
verließ.
Jener
gewisse
Jean
sagte
aus,
dass
das
Schiff
durch
einen
Cyclon
(Orkan)
nur
unweit
von
Fort
Daufin
überrascht
wurde
und
gesunken
sei.
Tatsächlich
war
das
Seegebiet
bekannt
für
seine
überraschend
auftretenden
Orkane
gerade
um
diese
Jahreszeit.
War
dies
alles
wiederum
nur
ein
Gerücht?
Stenuit
recherchierte
weitere
Unterlagen
und
konnte
nunmehr
so
die
Route
der
Soleil
d’Orient
rekonstruieren.
Schließlich
zahlte
sich
seine
Hartnäckigkeit
doch
noch
aus
–
er
konnte
nachweisen,
dass
das
Schiff
vor
Madagaskar
gesunken
war.
Zudem
stieß
Stenuit
unter
anderem
auch
auf
Lade-
und
Löschlisten
der
„Le
Vautour“.
Peinlich
genau
war
hier
die
Beladung
der
Soleil
D’Orient
aufgeführt.
Insgesamt
29
eng
beschriebene
Seiten
berichten
allein
von
Geschenken,
bestehend
aus
edlen
Metallen
wie
Gold
und
Silber.
Weitere
sieben
Seiten
listen
Geschenke
an
Angehörige
Ludwig
XIV,
Briefe
des
Königs
von
Siam
an
den
Papst,
den
französischen
König,
sowie
Juwelen
und
Diamanten
in
großen
Mengen
auf.
Teppiche
aus
Persien,
China,
Hindustan
und
Japan
sowie
zwei
junge
Elefanten
und
andere
Tiere
komplettieren
die
Ladung.
Dr.
Robert
Stenuit
ist
fasziniert
und
beeindruckt
zugleich.
Ein
solcher
Fund
bedeutet
nicht
nur
einen
grob
geschätzten
Wert
von
über
500
Millionen
Dollar,
sondern
ist
vor
allen
Dingen
ein
Fund,
der
auch
für
die
Geschichte
und
Archäologie
Siams
(Thailands)
und
Frankreichs
ein
unschätzbarer
Gewinn
wäre.
Doch
was
nützt
dieses
Wissen,
wenn
man
dennoch
nicht
weiß,
wo
genau
die
wertvolle
Fracht
in
den
Fluten
versank.
In
weiteren,
jahrelangen
Recherchen
gelingt
es Stenuit,
das
Gebiet
des
Untergangs
der
Soleil
d’Orient
tatsächlich
auf
ein
enges
räumliches
Areal
vor
der
Ostküste
Madagaskars
einzugrenzen.
Dass
das
Thema
„Schatzsuche“
heutzutage
jedoch
nicht
mehr
viel
mit
Dingen
wie
Abenteuerlust
und
Seeräuberromantik
zu
tun
hat,
weiß
auch Stenuit;
es
ist
eine
Mischung
aus
wissenschaftlichem
und
unternehmerischen
Kalkül.
Vorbei
sind
die
Zeiten,
als
Taucher
tage-
und
teilweise
monatelang
auf
dem
Grund
der
Meere
mit
wachen
Augen
den
Meeresgrund
absuchten.
Modernste
Technik,
die
teilweise
aus
der
ehemals
geheimen
militärischen
U-Boot
Forschung
sowie
der
Offshore
-
Ölindustrie
stammt,
ersetzen,
wie
in
vielen
anderen
Bereichen
auch,
den
Menschen.
Dies
spart
Zeit
und
Geld
Dr.
Robert
Stenuit
arbeitet
daher
schon
lange
Jahre
mit
der
Deep
Sea
Exploration (DSE)
aus
Ratingen
bei
Düsseldorf
zusammen.
Das
Unternehmen
mit
Stammsitz
in
London
ist
auf
submarine
archäologische
Forschungs-
und
Bergungseinsätze
weltweit
spezialisiert.
Nach
langen
Verhandlungen
erhielt
man
die
Lizenz
zur
Suche
und
Bergung
des
Wracks
von
der
Regierung
Madagaskars.
Es
ist
die
Voraussetzung
schlechthin,
will
man
auf
wissenschaftlichem
und
vor
allen
Dingen
legalem
Wege
der
Welt
ein
Stück
Menschheitsgeschichte
zurückbringen.
Das
Schatzsuch
-
Unternehmen,
man
hört
dieses
Wort
bei
DSE
gar
nicht
gern,
verfügt
neben
den
finanziellen
Mitteln
auch
über
das
technische
sowie
wissenschaftliche
Know How,
um
ein
solches
Projekt
in
die
Tat
umzusetzen.
Man
arbeitet
dabei
u.
a.
mit
international
anerkannten
Experten
der
Unterwasser
-
Archäologie
von
der
Universität
Oxford
sowie
der
französischen Comex,
einem
High
Tech
Offshore
-
Unternehmen
zusammen.
Mitte
des
Jahres
2002
soll
es
soweit
ein.
Die
Deep
Sea
Exploration
beabsichtigt
sichin
Kooperation
mit
Dr.
Robert
Stenuit
auf
den
Weg
nach
Madagaskar
machen,
um
mit
der
Soleil
d’Orient
nicht
nur
eines
der
reichsten
Wracks
der
Welt
zu
bergen,
sonder
auch
ein
Stück
Menschheitsgeschichte
wieder
ans
Tageslicht
zu
bringen.
Sollte
es
dazu
kommen,
werden
wir
weiter
darüber
berichten.
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