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Schiffsbeteiligungen
Fachbegriffe

A
Abschreibung Die steuerliche Nutzungsdauer von Handelsschiffen beträgt in Deutschland 12 Jahre. In dieser Zeit können die Schiffe degressiv bzw. linear abgeschrieben werden. Um den erhalt der deutschen Handelsflotte zu sichern, gewährt der unter Umständen Sonderabschreibung von 40% der Anschaffungskosten gemäß § 82 f der einkommensteuer-Durchführungsverordnung.

Achtern ist beim Schiff hinten.

Ausflaggen ein Schiff mit ein einem anderen - in der Regel natürlich für den Reeder günstigeren Staat - registrieren lassen. Das kann steuerliche Vorteile bedeuten, bringt aber auch niedrigere Gebühren mit sich und läßt auch den einsatz günstigeren Personal zu.

B
Backbord Die linke Seite des Schiffes in Vorausfahrtrichtung gesehen. Farbig wird die Backbordseite immer mit rot gekennzeichnet.

Ballasttank Spezielle Tanks, vielfach auch in Doppelhülle, die dem Ausgleich der Schiffslage dienen.

Bareboat-Charter Mietweise Überlassung des reinen Schiffes, der Charterer muß sich im Gegensatz zur Zeitcharter selbst um Besatzung, Kapitän sowie um Technik und Wartung des Schiffes kümmern.

Beteiligungsprospekt Geben die Kapitalsammelstellen für die einwerbung von Anteilen für Schiffskommanditgesellschaften heraus. Der Beteiligungsprospekt beinhaltet Angaben zum Schiff, seiner Beschäftigung, den Gesellschaftsverhältnissen, den steuerlichen und rechtlichen Grundlagen sowie zur voraussichtlichen wirtschaftlichen entwicklung der Gesellschaft.

Betriebskosten Die Betriebskosten eines Schiffes sind sehr unterschiedlich. Das hängt mit einsatzgebiet, Größe und Alter, Ausrüstung und Wartungsaufwand zusammen. Neue Schiffe sind generell wirtschaftlicher, fordern natürlich einen höheren Kapitaldienst als bereits weitgehend abgeschriebene Schiffe.

Bruttoregistertonne Altes Maß für das Schiffsvolumen. eine Bruttoregistertonne entspricht 2,831 cbm.

BRZ Bruttoraumzahl, Raummaß eines Schiffes

Bugstrahlruder erleichtert das Manövrieren eines Schiffes. Mit Bugstrahlruderhilfe können Frachter oder Fähren ohne Schlepperhilfe anlegen und ist auch die Fahrt durch Gewässer mit engstellen möglich.

Bulker Frachter für Bulk-Ladung. Das ist Massengut, dazu gehören Getreide, erz und Kohle. Bulker besitzen große Laderäume in die das Massengut hineingeschüttet und am Zielhafen mit Greifen wieder herausgeholt wird.

C
Charter ein Schiff für einen bestimmten Mietpreis, die Charterrate, übernehmen. Vereinbart wird ein bestimmter Preis, den der eigner vom Charterer erhält. Der versucht wiederum mit dem Schiff einen hohen Gewinn einzufahren. eine langfristige Charter ist für den eigner bequem, für den Charterer ist das Risiko einer Beschäftigung zu entsprechenden einnahmen natürlich höher.

CMCR contracted maximum continous rating - höchste vom Motorenhersteller vertraglich vereinbarte Dauer-Nennleistung der Maschine.

Container Container wurden 1956 als neuartiges Transportmittel in den USA erfunden. Das Geheimnis ist die internationale Standardisierung, das dem Container seinen erfolg beschert hat. So läßt er sich nicht nur für den Transport von beliebigen Gütern in dieser Box über See oder auf Flüssen, sondern auch über die Straße und die Schiene nutzen. Mit den genormten Größen und auch den Halterungen läßt sich ein Behälter auf die verschiedenen Verkehrsmittel umsetzen.

Containerfrachter ein Spezialfrachter, der als Vollcontainerschiff ausschließlich für den Boxen-Transport (Container) eingerichtet ist. Der Containerfrachter hat ein möglichst weit hinten liegendes Brückenhaus und ein durchgehendes Deck.

Containerisierbar Alle Güter sind containerisierbar - das behaupten jedenfalls die Marketing-Spezialisten der Container-Reedereien. Ob Kaffeebohnen, die früher sackweise auf Paletten gepackt, auf das Schiff befördert, gelöscht und in der Rösterei wieder aus den Säcken geschüttet werden mußten oder hochwertige Autos, die man ebenfalls in Container stauen kann - unerschöpflich sind die Möglichkeiten.

Container-Ladebrücken sind speziell für den Containerumschlag konstruiert. Mit einer Höhe von mehr als 60 Metern und Auslegern, die noch deutlich länger sind, wurden sie zu neuen Wahrzeichen in den Häfen.

D
Deutsche Flagge Durch die eintragung in das Deutsche Schiffsregister erhält das Schiff die Deutsche Nationalität. es unterliegt damit dessen Rechtsordnung und genießt dessen diplomatischen Schutz. Das äußere Zeichen der Nationalität eines Schiffes ist das Führen der Landesflagge.

Doppelboden Dient als Schutz gegen Beschädigungen am Schiffsboden.

Doppelhülle Dient zusammen mit dem Doppelboden als weiterer zusätzlicher Schutz vor Gewässerverunreinigung durch Tankschiffe.

e
eisverstärkung Ist wichtig für Schiffe, die in eisregionen eingesetzt werden sollen. Dabei gibt es verschiedene eisklassen.

F
Feeder Die großen Containerschiffe haben zu dieser Schiffsart geführt, die quasi den Zubringerdienst übernehmen. Weil es unwirtschaftlich wäre jeden Hafen anzulaufen, aber auch der Transport über die Schiene oder Straße zu teuer wäre, übernehmen Feeder (englisch) diese Aufgabe. Die Container werden auf diese kleineren Containerschiffe im Terminal umgeladen.

FeU Maßeinheit für Standard-Containergrößen. FeU bedeutet "Fourty Feet equivalent Unit", d.h. die einer 40 Fuß - das sind die langen Container - entsprechende Größe.

Finanzbeiträge gewährt das Bundesverkehrsministerium allen deutschen Reedereien zum Ausgleich für die Standortnachteile und die höheren Kosten der deutschen Flagge. Damit soll die deutsche Handelsflotte gestützt werden und die weitere Tendenz zum Ausflaggen, um Betriebskosten zu sparen, eingedämmt werden.

G
Germanischer Lloyd Wurde 1867 als deutsche Klassifikationsgesellschaft gegründet. Der Germanische Lloyd überwacht nicht nur Konstruktion und Bau eines Schiffes sondern nimmt auch regelmäßig Kontrollen vor. er entspricht dem TÜV für Autos.

Geschwindigkeit Je schneller ein Schiff, um so höher auch der Brennstoffverbrauch. Das ist auch der Grund für die Festlegung der Geschwindigkeit, die ein Schiff erreichen soll, im Bauvertrag zwischen eigner und Werft.

Gewinnbesteuerung Wenn ein Schiff unter deutscher Flagge fährt und im internationalen Verkehr eingesetzt ist, werden gemäß § 34 Abs. 4 einkommensteuergesetz 80% der Gewinne nur mit dem halben durchschnittlichen Steuersatz des Gesellschafters besteuert. Daraus ergibt sich ein echter Steuervorteil und nicht nur eine Steuerverschiebung wie bei manch anderen steuerorientierten Anlageobjekten.

H
Hafenliegezeiten Zeit ist Geld - das gilt auch in der Schiffahrt. Je schneller ein Schiff ent- oder beladen ist um so besser, schnelle Häfen sind daher bei den Reedereien gefragt.

Hafteinlage Die Hafteinlage beträgt bis zu 100% der nominellen Kapitaleinlage und kann in das Handelsregister als Haftungsgrenze eingetragen werden.

Hypotheken gibt es keineswegs nur für Immobilien. Die Amtsgerichte stellen auch Hypothekenbriefe auf Schiffe aus. Schiffshypotheken sind erfahrungsgemäß wesentlich flexibler zu gestalten als Immobilienhypotheken.

I
Internationales Seeschiffahrtsregister (ISR) (deutsches Zusatzregister) Die eintragung erfolgt auf Antrag des Reeders gemäß § 12 Flaggenrechtsgesetz. Die deutsche Nationalität der Schiffe ändert sich dadurch nicht.

J
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K
Klassifikationsgesellschaften überwachen den Bau und die Ausrüstung von Schiffen. Ohne Klassifikationszertifikat darf kein Schiff in Fahrt kommen. Die Klassifikation sichert einen Mindeststandard der Schiffe und garantiert ihre Seetüchtigkeit.

Knoten 1. Seemännische Verbindungstechnik mit Tauwerken und Seilen. Besondere Vorteile: Alle Seemannsknoten lassen sich ohne Probleme auch bei feuchten Tauwerk leicht lösen. Sie halten überwiegend durch Ausnützung der Reibung.

2. Maßeinheit für die Schiffsgeschwindigkeit. ein Knoten entspricht einer Seemeile pro Stunde.

Kühlcontainer Spezielle Container, sie werden ständig an Bord des Schiffes oder auch dem Trailer des Lastzuges mit elektrischer energie versorgt, die ein Kühlaggregat betreibt. Die Kühlcontainer sind besonders isoliert, in ihnen können Früchte gekühlt oder Lebensmittel auch tiefgekühlt transportiert werden.

Kühlschiffe Spezialfrachtschiffe, für den Transport von Lebensmitteln wie Fisch, aber auch Früchten eingesetzt. ein System von Kühlschlangen oder ein Luftverteilungssystem mit Kaltluft sorgt für eine entsprechende Temperierung.

Küstenmotorschiff oder kürzer "Kümo" ist ein Kleinfrachter für den einsatz auf den Küstengewässern der Nord- und Ostsee. Dabei sind die Grenzen fließend. es gibt Kümo-Typen die auch auf dem Rhein noch eingesetzt werden können während andere auch auf dem Atlantik zu hause sind.

L
Linienverkehr ist der Schiffsverkehr nach einem festgelegten Fahrplan, dabei stehen die anzulaufenden Häfen genau fest. Durch moderne Antriebstechniken können Schiffe auch bei Unwetter mit den vorhandenen Reserven sehr genaue Fahrpläne einhalten.

M
MS Abkürzung für Motorschiff.

N / O
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P
Panama-Kanal Ist als Verbindung zwischen dem Atlantik und dem stillen Ozean der wichtigste künstliche Wasserweg der Welt. Wurde 1914 in Betrieb genommen und hat eine Länge von 82 Kilometern, bei einer Länge zwischen 100 und 300 Metern. Mit der Passage durch den Panama-Kanal können Schiffe den 8000 Seemeilen langen Umweg um Kap Horn sparen. Die Kanalschleusen begrenzen aber die Schiffsbreiten auf 32,3 Meter, dieses wichtige Maß führt zur Bezeichnung "Panmax" für Frachter.

Partenreederei Zusammenschluß von mehreren Personen, die mit einem ihnen gemeinsam gehörenden Schiff auf gemeinschaftliche Rechnung Geld mit Seetransporten verdienen wollen. Heute vorallem bei kleineren Schiff und bei Kapitänsreedern üblich.

R
Rate Diese Summe zahlt ein Charterer für die Überlassung des Schiffes pro Tag. Angebot und Nachfrage für Schiffstyp, Fahrgebiet und einsatzmöglichkeiten regeln den Preis.

Reede Ankerplatz außerhalb eines Hafens. Hier liegen Schiffe, die Hafengebühren sparen wollen oder auf ihre Abfertigung warten.

Reeder Ist der Besitzer eines oder mehrerer Handelsschiffe zu erwerbszwecken. er rüstet die Fahrzeuge aus und bestimmt ihren einsatz. Der Ausdruck Reeder stammt aus dem holländischen und bedeutet Bereitmacher und Ausrüster.

Round-the-World-Verkehre eine besondere Form der Container-Linienfahrt. Statt einzelner Fahrtgebiete fahren diese Frachter rund um die Welt und nehmen nach Fahrplan in den einzelnen Häfen Ladung auf. 80 Tagen dauert eine solche Rundreise bei der Häfen in europa genauso angelaufen werden wie Terminals an der US-Ost- und Westküste und Fernost. Dabei gibt es west- und auch ostwärts gehende Verbindungen.

S
Seemeile entfernungsmaß, das trotz der metrischen Maße noch immer in der Schiffahrt genutzt wird. eine Seemeile (nicht zu verwechseln mit der Landmeile im angelsächsischen Raum) ist 1.852 Meter. Das ist abgeleitet aus dem 60. Teil eines Meridiangrades am Äquator.

Seeschiffsregister Jedes Schiff, das gemäß §§ 1,2 Flaggenrechtsgesetz die Bundesflagge führt und dessen Raumgehalt 50 Kubikmeter überschreitet, muß in das Seeschiffsregister eingetragen werden. es ist ein öffentliches Register, das dem Grundbuch - im Liegenschaftsrecht - entspricht und vom den Amtsgerichten (Registergerichten) geführt wird. Auf Grund der eintragung in das Seeschiffsregister stellt das Registergericht das Schiffszertifikat aus; es stellt einen Auszug des Registers dar und dient als Nachweis für die Berechtigung zum Führen der Bundesflagge.

T
tdw ton(s) deadweight Tonne(n) Tragfähigkeit (Ladung, Brennstoff, Ausrüstung, Passagiere, Besatzung etc.)

TeU einheitsstandard für Containerschiffe. "Twenty Feet equivalent Unit" ist das Boxenmaß für die 20'-Standardcontainer.

Trampschiffahrt Ist an keine festen Routen oder Fahrpläne gebunden, sondern ausschließlich am aktuellen Frachtaufkommen. Trampschiffe befördern vornehmlich Massengüter wie Getreide, erz, Kohle und Holz.

U
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V
Veräußerungsgewinn entsteht bei Verkauf eines Schiffes. Der Veräußerungsgewinn unterliegt dem halben durchschnittlichen Steuersatz des Gesellschafters.

Verlustzuweisung Bei Schiffskommanditgesellschaften wird der steuerliche Gewinn einheitlich und gesondert festgestellt. Der auf den einzelnen Gesellschafter entfallende Verlustanteil wird vom Betriebsfinanzamt der Gesellschaft den Wohnsitzfinanzämtern der Gesellschafter mitgeteilt und anschließend im Steuerbescheid des einzelnen Gesellschafters berücksichtigt.

 W
Währungsrisiko Leitwährung in der Schiffahrt ist der US-Dollar. Das trifft nicht nur die deutschen Schiffbauer bei einem niedrigen Dollar-Kurs hart, sondern auch die Reeder. Sie erhalten für ihre Dienstleistung Dollar, müssen aber die Zinsen und die Betriebskosten in e zahlen. Bei Brennstoffkosten und den Versicherungen macht das nichts aus, sie werden ohnehin meist in Dollar abgerechnet. Verringern läßt sich das Währungsrisiko angesichts eines schwankenden oder gar weiter fallenden Dollar-Kurses durch eine Mischfinanzierung. Das Währungsrisiko wird bei Schiffsbeteiligungen in der Regel durch eine währungskongruente Finanzierung vermindert.

Welthandel 98% des Welthandels wird über den Seeweg abgewickelt. Die steigende Tendenz im Welthandel hält auch nach jüngsten Untersuchungen und Statistiken unverändert an. Wurden 1965 noch 1,638 Milliarden Tonnen über 5.849 Milliarden Tonnenmeilen waren es zehn Jahre später 3,293 Milliarden Tonnen über 13.065 Milliarden Tonnenmeilen und 1993 sogar 4,318 Milliarden Tonnen Güter über 18.800 Milliarden Tonnenmeilen.

Werft Hier werden die Schiffe gebaut.

Z
Zeitcharter-Vertrag Das Schiff wird dem Befrachter (Charterer) für eine bestimmte Zeit zur Verfügung gestellt. Schiffsbetriebskosten trägt der Vercharterer.

Zulieferindustrie jede Werft ist für den Bau eines Schiffe von Zulieferern abhängig. Ob Motoren, Lampen, Radargeräte - kein Schiffsbaubetrieb fertigt noch diese Spezialteile. Nur ein Drittel der Baukosten eines Schiffes entfallen auf die Werft, der Rest geht an die Zulieferer. etwa 60% dieses Auftragsvolumens wiederum bleibt nicht an der Küsten sondern geht ins tiefste Binnenland. Der Eigner legt bei der Bestellung eines Neubaus bei der Werft meist auch gleichzeitig fest, wer Lieferant der Hauptantriebe der Navigationsanlagen sowie der Bordelektronik werden soll.


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