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Halbe Milliarde € ... ..und Ihre Versicherung...? Die Deutschen haben allein im Jahr 2004 mehr als eine halbe Milliarde Euro
für Segelyachten ausgegeben. Grund genug, um mal zu sehen, wie der Luxus
versichert wird. Der Wind blies nicht besonders stark, doch trotz seines Gewichts von 600 Kilogramm versagte der Anker: Am 17. September 2004 lief vor der französischen Riviera die Mirabella V, die derzeit größte Einmast-Segelyacht der Welt, auf Grund. Um 12 Uhr setzte die Besatzung einen Notruf ab, wenig später kamen zwei Schiffe zu Hilfe. Doch alle Versuche scheiterten, die 765-Tonnen-Yacht (Jacht) wegzuschleppen. Taue rissen, Deckbeschläge krachten ab. Erst ein Kran konnte den Einmaster befreien. Der sichtbare Schaden fiel gering aus, die Reparaturrechnung nicht: Etwa vier Millionen Euro kostete es, die Mirabella V wieder segeltauglich zu machen - die Bergungskosten nicht eingerechnet.
Heute sind wir ganz schnell im Millionenbereich. Selbst zweistellige
Millionenschäden sind schnell erreicht - zum Beispiel bei modernen
30-Meter-Yachten. Und die gibt es mittlerweile schon im Serienbau. Im Jahr 1985 war die imposanteste Segelyacht in Klasings Bootsmarkt, Europas größtem Wassersportkatalog, gerade einmal 16,70 Meter lang. Zwanzig Jahre später endet die Liste mit einer weitaus mächtigeren Serienyacht: der über 35 Meter langen Briand 115. Bei den Motoryachten zeigt sich eine ähnliche Entwicklung. Hinzu kommt, dass viele Luxuswerften ihren Kunden Yachten aus vorgefertigten Komponenten anbieten, die sich dann individuell ausstatten lassen. Eine solche, in so genannter Semi-Custom-Bauweise gefertigte Yacht (Jacht) kann schon einmal 40 Millionen Euro teuer werden. Allein in Deutschland wurden 2004 Luxusyachten im Wert von 558 Millionen Euro
umgesetzt. Aber nicht nur Anzahl und Werte wachsen. Auch die Zahl der größeren
Schäden nimmt zwangsläufig zu. Zu den Hauptschäden bei Mega-Yachten gehören für
Dirk Hansen Wassereinbruch, Brand, Grundberührung und Kollision. Während Feuer
und Untergang meist unwillkürlich zum Totalschaden führen, ist besonders bei der
Grundberührung schnelles Handeln gefragt. Denn sonst kann eine gestrandete Yacht (Jacht)
- zum Beispiel bei einem heraufziehenden Sturm - schnell in eine auswegslose
Situation kommen, und ein Totalverlust ist dann nur noch eine Frage der Zeit. Das macht sich für Versicherer nicht nur im Einzelfall bemerkbar: Vor allem
bei Kumulschäden spielt der Wertanstieg der Yachten eine beträchtliche Rolle,
betont Gerhard: "Wenn in einer Marina eine versicherte Yacht (Jacht) anfängt zu brennen
und das Feuer auf zehn andere Boote überspringt, ist der Schaden jedes einzelnen
Bootes meist drei- bis viermal so hoch wie vor einigen Jahren. Insgesamt macht
das eine Schadensumme aus, die jeden Versicherer vor Probleme stellen kann. Hier
können erhebliche Kumulrisiken lauern." Auch die Ausstattung treibt die Reparaturkosten in die Höhe. War früher
höchstens ein Fernseher an Bord, verfügen moderne Yachten über aufwändig
verkabelte Heimkino-Systeme oder - wie die Mirabella V - sogar über eine
Kinoleinwand im Großsegel. Bei den Booten handle es sich fast immer um Unikate, die sich sofort
identifizieren lassen. Außerdem bräuchte es mindestens zwei Personen, die sich
perfekt mit der Bordtechnik auskennen, um die heutigen Hightech-Yachten
überhaupt auf Kurs zu bringen. Dirk Hansen: "Ein einfacher Dieb könnte nicht
einmal die Maschine in Betrieb setzen." Schnell ist der Motor kurzgeschlossen und das Schiff aus dem Hafen gefahren.
Oder die gecharterte Yacht (Jacht) wird am Ende der Mietzeit nicht an den Vercharterer
zurückgegeben, sondern unterschlagen und findet so neue Besitzer. Während es die Versicherer früher mit einem Eigner zu tun hatten, der seine
Yacht (Jacht) gehegt, gepflegt und selbst betreut hatte, bekommen sie es heute mit
kleinen Unternehmen zu tun: dem Bootsbesitzer, zehn bis 15 Mann Besatzung und
einem Management an Land, das das Boot wie eine Reederei betreut.
Da in Dirk Hansens Augen die ersten Stunden nach einem Unglück über Gelingen
oder Misslingen einer Schadenbearbeitung entscheiden, seien solche Planspiele
unabdingbar: "Unvorbereitet sein und einfach in den Karteikasten mit den
Sachverständigen greifen, das geht schief." |
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